Forschung
JAdigital-Ergebnispapier: Mehr Beteiligung von Kindern unter sechs jahren durch Nutzung digitaler Tools am Beispiel von Beschwerdeverfahren in Kindertagesstätten
Digitalisierung und die gegenwärtige digitale Transformation der Lebenswelten haben auch die frühe Kindheit erreicht und fordern die pädagogischen und didaktischen Konzepte in Bildungsorganisationen, und damit auch in Kindertageseinrichtungen, heraus. Digitalität kann in Kitas als ein Zugang und als ein kindgerechtes Verfahren genutzt werden, um die persönlichen Rechte von Kindern anzuerkennen und zu fördern.
Vor diesem Hintergrund legen Dr. Severine Thomas & Dr. Sabrina Volk (Institut für Sozial- und Organisationspädagogik an der Universität Hildesheim) in ihrem Ergebnispapier eine Konzeption vor, die an der Schnittstelle von Kinderrechten und digitaler Beschwerde ansetzt. Ziel ist dabei die Etablierung eines Verfahrens (unter Mitwirkung von Fachkräften und Kindern in Kitas), das Beteiligungs- und Beschwerdemöglichkeiten für Kinder unter sechs Jahren niedrigschwellig und barrierefrei ermöglicht. So sollen Kinder selbst zu einer Mitwirkung an der Verwirklichung ihrer Rechte auf Förderung, Beteiligung und Schutz gemäß der UN-Kinderrechtekonvention (UN-KRK) angeregt werden, um dem Ziel von mehr Beteiligung, Schutz und Beschwerde besser gerecht werden zu können.
VOICE-Studie zur Sichtweise von Kindern und Erziehenden auf Onlinesicherheit
Am 8. April 2024 stellten ECPAT International, terre des hommes Niederlande und Eurochild gemeinsam die Studie „Speaking up for change - children’s and caregiver’s voices for safer experiences” vor. Die Studie zeigt auf, dass Kinder und Erziehende die Herausforderungen und Chancen des Internets erkennen. Sie fühlen sich oft selbst für den Onlineschutz verantwortlich und unterschätzen dabei die Rolle von Online-Diensten und Behörden. Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit, Kinderrechte zu stärken, z.B. indem Kindern und Erziehenden mehr Informationen und Fähigkeiten für die sichere Internetnutzung vermittelt werden und ihre Perspektiven bei der Gestaltung von Schutzmaßnahmen berücksichtigt werden. Es wird außerdem die Bedeutung sicherer digitaler Räume für Kinder betont. Für einen wirksamen Kinderschutz im digitalen Raum sei die aktive Beteiligung von Kindern unerlässlich.
Mehr Informationen zur den Ergebnissen der Studie erhalten Sie hier.
Zur Studie „Speaking up for change Children’s and caregivers’ voices for safer online experiences” gelangen Sie hier.
Gutachten zu Kinderrechten im digitalen Umfeld des DKHW
Das Gutachten „Kinderrechte im digitalen Umfeld“ des Deutschen Kinderhilfswerks untersucht die Umsetzung von Kinderrechten im Kontext digitaler Medien. Dafür wurden Empfehlungen und Leitlinien der Vereinten Nationen, des Europarats und der Europäischen Union analysiert. Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede herauszuarbeiten. Zusätzlich wird der aktuelle Stand der Umsetzung der Kinderrechte im digitalen Kontext in Deutschland beleuchtet. Das Gutachten fokussiert drei zentrale Themenbereiche:
a) den Zugang von Kindern zum digitalen Umfeld,
b) die Bereitstellung kindgerechter Informationen, Funktionen und Dienste, sowie
c) die Teilhabe und Beteiligung von Kindern und Jugendlichen.
Zum Gutachten gelangen Sie hier.