Praxisberichte/Praxisprojekte
Jugend zwischen Rückzug, Überforderung und Zukunftsängsten
Pandemie, Krieg, Klimawandel und gesellschaftliche Unsicherheiten prägen das Aufwachsen vieler junger Menschen. Der Beitrag der 3sat-Sendung „Kulturzeit“ beschäftigt sich mit der Frage, wie sich diese anhaltenden Krisenerfahrungen auf Jugendliche und junge Erwachsene auswirken. Im Mittelpunkt stehen psychische Belastungen wie Ängste, Depressionen, Erschöpfung und Zukunftssorgen sowie eine von vielen jungen Menschen als gering empfundene Lebensqualität.
Der Beitrag nimmt damit eine Generation in den Blick, für die seelische Belastungen zunehmend zum Alltag gehören. Zugleich wird gefragt, welche Folgen die dauerhafte Anspannung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft haben kann.
Für die Kinder- und Jugendhilfe bietet der Beitrag einen wichtigen Impuls, die Lebenslagen, Sorgen und Unterstützungsbedarfe junger Menschen stärker wahrzunehmen und niedrigschwellige, verlässliche sowie beteiligungsorientierte Unterstützungsangebote weiterzuentwickeln.
Der Beitrag ist Teil der „Kulturzeit“-Sendung vom 14. April 2026 und in der 3sat-Mediathek verfügbar.
Weitere Informationen dazu und den Videobeitrag finden Sie hier.
Junge Radioredaktion für guten Journalismus – mit und ohne KI
Wie verändert Künstliche Intelligenz den Journalismus – und was zeichnet guten Journalismus auch in Zukunft aus? Das Projekt des jfc Medienzentrums lädt junge Menschen zwischen 16 und 27 Jahren dazu ein, Radio selbst zu gestalten und die Möglichkeiten und Grenzen von KI in der journalistischen Arbeit zu erkunden.
In der jungen Radioredaktion entwickeln die Teilnehmenden eigene Themen, recherchieren, führen Interviews und produzieren Audiobeiträge. Dabei erproben sie, wie KI bei einzelnen journalistischen Arbeitsschritten unterstützen kann, und setzen sich zugleich kritisch mit Fragen der Glaubwürdigkeit, Quellenprüfung, Verantwortung und journalistischen Qualität auseinander.
Das Mitmachprojekt verbindet praktische Medienarbeit mit der Vermittlung von journalistischen und digitalen Kompetenzen. Junge Menschen erhalten die Möglichkeit, ihre Perspektiven öffentlich hörbar zu machen, eigene Ideen umzusetzen und die Zukunft des Journalismus aktiv mitzugestalten.
Für die Kinder- und Jugendhilfe ist der Ansatz besonders interessant, weil er Medienbildung, Beteiligung und Empowerment miteinander verbindet und jungen Menschen einen pädagogisch begleiteten Raum für die kritische Auseinandersetzung mit digitalen Technologien eröffnet.
Weitere Informationen zum Projekt und zu den Beteiligungsmöglichkeiten finden Sie hier.
Handlungsempfehlungen für einen familienfreundlichen Vollzug
Das Netzwerk Kinder von Inhaftierten (KvI) hat gemeinsam mit der Kinderkommission des Bayerischen Landtags Handlungsempfehlungen zur Verbesserung des familienfreundlichen Vollzugs veröffentlicht. Ziel ist es, die Situation von Kindern mit inhaftierten Eltern stärker in den Blick zu nehmen und ihre Rechte auf Kontakt, Beziehung und Unterstützung zu stärken. Die Empfehlungen wurden an das Bayerische Staatsministerium der Justiz übergeben.
Die Handlungsempfehlungen umfassen unter anderem die Weiterentwicklung kinderfreundlicher Besuchsangebote, die Schulung von Fachkräften im Justizvollzug, den Ausbau sozialdienstlicher Beratung sowie die stärkere Berücksichtigung der Bedürfnisse betroffener Kinder. Besonders hervorgehoben wird die Bedeutung technischer Kontaktmöglichkeiten wie Video- und Telefonieangebote, um den Kontakt zwischen Kindern und ihren inhaftierten Eltern aufrechtzuerhalten.
Für die Kinder- und Jugendhilfe zeigt die Veröffentlichung, wie digitale Kommunikationsformen dazu beitragen können, Beziehungen trotz räumlicher Trennung zu erhalten und Teilhabe zu ermöglichen. Gleichzeitig verdeutlichen die Empfehlungen die Bedeutung einer stärkeren Zusammenarbeit zwischen Justiz, Jugendhilfe und weiteren Unterstützungssystemen, um Kinder in belastenden Lebenssituationen besser zu begleiten.
Weitere Informationen finden Sie hier.
Weiterführendes Praxismaterial zum Querschnittsthema Beteiligung/ Beschwerde finden Sie hier auf unserer Website.
ELKI: E-Learning für die Begleitung von Kindern mit inhaftierten Eltern
Wenn ein Elternteil inhaftiert ist, stellt dies Kinder und Jugendliche häufig vor besondere emotionale und soziale Herausforderungen. Gleichzeitig sind Lehrkräfte, pädagogische Fachkräfte und weitere Bezugspersonen oft wichtige Ansprechpartner*innen, fühlen sich im Umgang mit dieser Situation jedoch nicht immer ausreichend vorbereitet.
Das Projekt ELKI (E-Learning und Kinder von Inhaftierten) der Technischen Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm untersucht die Erfahrungen und Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen mit inhaftierten Eltern sowie von Betreuungspersonen und Fachkräften. Auf dieser Grundlage wird ein E-Learning-Angebot entwickelt, das Fachkräfte in Kita, Schule und weiteren pädagogischen Handlungsfeldern dabei unterstützen soll, betroffene Kinder und Jugendliche sensibel und bedarfsgerecht zu begleiten.
Für die Kinder- und Jugendhilfe zeigt das Projekt exemplarisch, wie digitale Lernangebote zur Qualifizierung von Fachkräften beitragen können. Gleichzeitig rückt es eine häufig wenig sichtbare Zielgruppe in den Fokus und stärkt die fachliche Auseinandersetzung mit den Unterstützungsbedarfen von Kindern und Jugendlichen mit inhaftierten Eltern.
Weitere Infos zum Projekt und die Möglichkeit der Mitwirkung finden Sie hier.
Klickwinkel
In dem Projekt „Klickwinkel“ der Vodafone Stiftung geht es darum, junge Menschen widerstandsfähig gegen Desinformation, Fake News und Hate Speech zu machen und sie zu ermutigen, sich aktiv an der demokratischen Meinungsbildung zu beteiligen. Zu diesem Zweck wird eine umfassende Aufklärungskampagne mit verschiedenen Stimmen aus der Social Media Szene sowie Tutorials, die Hintergrundwissen und konkrete Praxistipps bieten, betrieben. Mit dem Projekt soll erreicht werden, dass die Debatte rund um Falschnachrichten und Hassrede nicht an jungen Menschen vorbeigeht, sondern in den für sie relevanten Online-Communitys und Online-Plattformen stattfindet. Das Projekt umfasst verschiedene Einzelinitiativen mit unterschiedlichen Schwerpunkten (mit Titeln wie z.B. „#MeMyselfAndAI“, „#DataMe“ und „#TrueStory“).
Weitere Informationen zu dem Projekt „Klickwinkel“ sind hier zu finden.
Projekt "Ich digital": Train-The-Trainer-Weiterbildung für Mitarbeitende aus Einrichtungen der (Jugend)Sozialarbeit
Das Projekt "Ich digital" der Stiftung Digitale Chancen verfolgt das Ziel, digitale Kompetenzen für alle Menschen zugänglich zu machen und insbesondere vulnerable Gruppen mit bisher geringen digitalen Fähigkeiten zu fördern. Zu diesem Zweck wird eine kostenfreie Train-The-Trainer-Weiterbildung angeboten. Mitarbeitende aus Einrichtungen der (Jugend)Sozialarbeit können diese Weiterbildung absolvieren, um anschließend Arbeitssuchenden, Frauen, Alleinerziehenden sowie Menschen in ländlichen Gebieten und Stadtteilen mit besonderem Entwicklungsbedarf Möglichkeiten zu eröffnen, digital am (gesellschaftlichen) Leben zu partizipieren.
Das Wissen, das im niedrigschwelligen Train-The-Trainer-Programm erworben wird, kann im Alltag bei der Begleitung entsprechender Zielgruppen eingesetzt werden. Das Training setzt sich aus sieben Workshopsmit einer Länge von jeweils ca. 6 Stunden zusammen. Für eine Zertifizierung sind vier Veranstaltungen notwendig: die zwei Einführungen, der Methodenworkshop und ein Wahlworkshop. Ein Abschlussprojekt rundet den Prozess ab.
Mit dem Trainingsprogramm werden ehrenamtliche und hauptamtliche Mitarbeitende professionell und kostenlos in der Vermittlung digitaler Grundkompetenzen weitergebildet. Die Teilnehmer*innen erhalten umfassende Materialien zu den Schulungsthemen sowie Lehrmaterialien für die Umsetzung der Schulungen mit der Zielgruppe.
Abschlussbericht des "Pilotprojekts Ombudschaft in Niedersachsen"
In dem von der Universität Hildesheim durchgeführten „Pilotprojekt Ombudschaft in Niedersachsen“ (PONS, Förderung durch die Niedersächsische Kinder- und Jugendkommission) wurde der Abschlussbericht veröffentlicht. Es wird gezeigt, dass die ombudschaftliche Infrastruktur noch in ihren Anfängen steckt und zahlreiche Herausforderungen zu bewältigen sind. Eine niedrigschwellige, verständliche und verlässliche Ombudschaft ist wichtig, um die Rechte von jungen Menschen zu stärken. Die Schaffung einer digitalen Infrastruktur ist entscheidend, um die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen zu fördern. Ombudsstellen sollten sowohl digitale als auch analoge Beratungsformate anbieten.
Weitere Informationen zum Pilotprojekt sowie den Abschlussbericht „PONS: Pilotprojekt Ombudschaft in Niedersachsen“ können Sie hier abrufen.
Neues Projekt "PINK (Partizipation und Inklusion)" der Fachstelle für Jugendmedienkultur NRW (fjmk)
Das inklusive Gaming-Projekt "PINK (Partizipation und Inklusion)" ist im April 2023 gestartet. In dem Projekt können Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren mit und ohne Behinderung an unterschiedlichen Gaming-Kulturen partizipieren und eigene spannende Formate, Angebote und Erlebnisse entwickeln.
Weitere Informationen zu dem Projekt finden Sie hier.
Das Zukunftspaket
Die Pandemie-Jahre haben gezeigt, dass die Ideen und Wünsche von Kindern und Jugendlichen nicht ausreichend gehört werden. Vor diesem Hintergrund bringt das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gemeinsam mit der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung, der Gesellschaft für soziale Unternehmensberatung und der Stiftung SPI das Zukunftspaket auf den Weg. Damit sollen ab 2023 Kinder und Jugendliche dabei unterstützt werden, Projekte in den Bereichen Bewegung, Kultur und Gesundheit zu entwickeln und umzusetzen. Das Zukunftspaket bietet Kindern und Jugendlichen Unterstützung bei der Umsetzung von Projektideen.
Weitere Informationen zu dem Zukunftspaket finden Sie hier.
Impulsbeiträge zur Kinder- und Jugendbeteiligung finden Sie hier.
Hier gelangen Sie zum Förderaufruf sowie zu den Hinweisen zum Förderantrag für das Bundesprogramm „Das Zukunftspaket für Bewegung, Kultur und Gesundheit“.
Fachtagung „Alle digital dabei?“
Die Koordinierungsstelle „Demokratie und Vielfalt in der Kindertagesbetreuung“ der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe richtete im Oktober 2022 die Fachtagung „Alle digital dabei? Frühe Demokratie- und Vielfaltsbildung mit digitalen Medien stärken“aus. Die Dokumentation steht nun online zur Verfügung.
Neben ausführlichen Informationen umfasst die Dokumentation auch kurze Videomitschnitte der Inputs und Präsentationen zu den einzelnen Impulsen der Fachtagung. Sie finden die Tagungsdokumentation hier.
Input 4 weist auf folgendes Angebot hin: "Partizipation und Demokratiebildung in der Kindertagesbetreuung" ist ein kostenloses Informations-, Fort- und Weiterbildungsangebot des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes. Es richtet sich an Fachkräfte der frühkindlichen Bildung, Fachberatungen, Trägervertreter, Kindertagespflegepersonen etc. Weitere Informationen zum E-Learning-Angebot finden Sie hier.