Stellungnahmen
Eurochild-Positionspapier: Kinder online schützen, ohne sie zum Schweigen zu bringen
Ein stärkerer Schutz junger Menschen in den Sozialen Medien wird weltweit immer mehr gefordert. In mehreren EU-Staaten wird in diesem Zusammenhang auch diskutiert, ob Altersgrenzen und technische Zugangsbeschränkungen einen wirksamen Schutz bieten können. In Deutschland soll eine kürzlich einberufene Expertenkommission bis Ende des Sommers 2026 eine umfassende Strategie zum „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“ für Bund, Länder und Zivilgesellschaft erarbeiten.
Vor dem Hintergrund dieses Diskurses hat sich die zivilgesellschaftliche Organisation Eurochild (ein europäisches Netzwerk von 225 Kinderrechtsorganisationen aus 41 Ländern) inzwischen in einem Positionspapier gegen pauschale Altersgrenzen von 15 oder 16 Jahren für Soziale Medien ausgesprochen. In dem Positionspapier wird hervorgehoben, dass die drei Grundprinzipien der UN-Kinderrechtskonvention – Schutz, Befähigung und Teilhabe – gleichermaßen zu berücksichtigen seien. Statt pauschaler Ausschlüsse sei daher ein kinderrechtsbasierter, evidenzgestützter und mehrstufiger Ansatz, der Kindern sichere und inklusive digitale Räume ermöglicht, vorzuziehen. Betont wird außerdem, dass pauschale Ausschlüsse die Möglichkeit zur Entwicklung digitaler Kompetenzen verhindern und bestehende digitale Ungleichheiten verstärken könnten.
Weitere Informationen zu zentralen Inhalten des Positionspapiers sowie die Möglichkeit, das vollständige Positionspapier zu lesen (5 S., englisch) finden Sie hier.
Schutz von Kindern im digitalen Umfeld
Am Rande der 52. ordentlichen Sitzung des Menschenrechtsrates wurden weltweit regionale UN-Dialoge zwischen Kindern und der Sonderbeauftragten des Generalsekretärs für Gewalt gegen Kinder organisiert. Der Fokus dieses Dialogformats lag auf dem Thema „Gewalt gegen Kinder im digitalen Umfeld“. Die teilnehmenden Kinder hatten die Möglichkeit, ihre Ansichten zu verschiedenen Formen der Online-Gewalt zu äußern und Fragen dazu zu stellen, was die UNO unternimmt, um diese Probleme anzugehen. Die Beiträge der Kinder flossen zum einen in die Erklärung der Sonderbeauftragten des Generalsekretärs für Gewalt gegen Kinder vor dem Menschenrechtsrat am 14. März ein. Zum anderen wurden die Beiträge der Kinder bei der Fertigstellung des für Kinder ansprechend und gut verständlich aufbereiteten Berichts 2023 "Schutz von Kindern im digitalen Umfeld" berücksichtigt.
Hier gelangen Sie direkt zu dem Bericht "Schutz von Kindern im digitalen Umfeld" (englischsprachig).
Weitere Hintergrundinformationen zu den regionalen UN-Dialogen zwischen Kindern und der Sonderbeauftragten des Generalsekretärs für Gewalt gegen Kinder finden sie außerdem hier.
LWL: „Memorandum Pädagogik : Medien : Abhängigkeit“
Die Koordinierungsstelle Sucht des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) veröffentlichte im Herbst 2022 ein Memorandum für eine gesunde Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen. Zielgruppe sind Eltern, Pädagog*innen und Akteur*innen der Suchthilfe. Das „Memorandum Pädagogik : Medien : Abhängigkeit – Gesundheit für Kinder und Jugendliche in der digitalen Welt“ entstand aus einer Klausurwoche einer Expert*innengruppe und kann hier eingesehen werden.
Gesetz Digitale Dienste: Befürchtungen des Netzwerkes zur Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention
Das Netzwerk zur Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention formuliert in einem offenen Brief an die Bundesregierung Bedenken gegenüber dem geplanten Gesetz über Digitale Dienste. Die Interessen der Kinder der EU würden nicht in höchstem Maße gewahrt. Vielmehr seien sie sogar in verschiedener Hinsicht gefährdet. Die Unterzeichner*innen fordern dazu auf, das Kindeswohl verstärkt in den Fokus zu rücken.
Weitere Informationen bezüglich des offenen Briefes finden Sie hier.
Safer Internet Day: Vernetzung und Engagement von Kindern im Internet
Anlässlich des Safer Internet Days, der am 08.02.2022 stattfand, fordert das Deutsche Kinderhilfswerk, Beteiligungsrechte von Kindern und Jugendlichen im digitalen Raum besser umzusetzen. Um die digitale Meinungsäußerung und Partizipation von Kindern und Jugendlichen zu vereinfachen, bedürfe es kindgerechter, sicherer Internetzugänge sowie Medienkompetenzförderung. Einen ausführlichen Beitrag zu dieser Thematik finden Sie hier.
Eurochild: Children’s rights in the DAS
Eurochild hat einen gemeinsamen Brief an die Mitglieder des Europäischen Parlaments (MdEP) geschickt, um Maßnahmen für den Schutz, die Sicherheit und die Privatsphäre von Kindern im Internet zu ergreifen. Der Rechtsakt für digitale Dienste (DSA) ist eine EU-Gesetzesinitiative, die darauf abzielt, einen sichereren digitalen Raum zu schaffen, in dem die Grundrechte der Nutzenden geschützt sind, und gleiche Wettbewerbsbedingungen für Unternehmen zu schaffen. Gemeinsam mit weiteren Organisationen fordert Eurochild die Abgeordneten des Europäischen Parlaments auf, dafür zu sorgen, dass diese Bestimmungen Teil des endgültigen Abkommens bleiben und dass die Verordnung ausdrücklich durch EU- und internationales Recht zu den Rechten des Kindes untermauert wird.
Hier geht es zu einer deutschsprachigen Zusammenfassung des Fachkräfteportals der Kinder- und Jugendhilfe.
Hier geht es direkt zum Brief an die Berichterstatter*innen (englischsprachig).