Fachkonzepte / Handreichungen
Zum sensiblen Umgang mit Kinderfotos und -videos in Institutionen und Organisationen. Wie wir das Risiko mindern können, dass pädokriminelle Täter*innen (online) veröffentlichte Aufnahmen von Kindern zweckentfremden
Fotos und Videos von Kindern und Jugendliche in alltäglichen Situationen werden mitunter online in teils drastischer Weise zweckentfremdet und sexualisiert. Diese Problematik wird durch neue technologische Entwicklungen, die eine Manipulation von Bildern und Videos ermöglichen, zusätzlich verschärft. Mit einem im Juni veröffentlichten Leitfaden sensibilisieren Save the Children und Jugendschutz.net nun Einrichtungen, wie z.B. Schulen, Kindertageseinrichtungen und Vereine für diese Thematik und rufen zu einer kritischen Auseinandersetzung mit der Veröffentlichung aller Aufnahmen, die Kinder abbilden, auf. Der Leitfaden bietet nicht nur Hintergrundinformationen zur Thematik, sondern stellt auch anhand von Illustrationen Beispiele für riskante und weniger riskante Motive von Kindern gegenüber und gibt Empfehlungen zur Bildauswahl.
Hier können Sie den vollständigen Leitfaden lesen.
Rechtsgutachten: „Kindeswohlgefährdung durch kommerzielle Veröffentlichung von Kinderfotos und -videos im Internet“
In einem vom Deutschen Kinderhilfswerk und von Campact e.V. beauftragten Rechtsgutachten, das Ende letzten Jahres veröffentlicht wurde, wird dargelegt, dass Influencer*innen, die Bilder oder Videos ihrer Kinder auf Social-Media-Plattformen veröffentlichen, sich nicht selten im Bereich der Kindeswohlgefährdung bewegen. Die Gutachter*innen vertreten die Auffassung, dass es daher ein altersabgestuftes Schutzkonzept braucht und dass die derzeitigen Gesetze zum Kinderschutz im Falle von „Family-Influencing” nur unzureichend greifen. Vor diesem Hintergrund müsse der Schutz der „digitalen Persönlichkeit des Kindes” konkretisiert und anwendbar gemacht werden. In die Überwachung der Vorgaben seien zudem auch die Jugendämter und Landesmedienanstalten einzubeziehen.
Hier können Sie das vollständige Rechtsgutachten lesen.
Instrument zur Risikobewertung sexualisierter Gewalt im digitalen Umfeld
ECPAT Deutschland e.V., Stiftung digitale Chancen und der Nationale Rat gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen haben gemeinsam ein Instrument zur Risikobewertung von sexualisierter Gewalt im digitalen Raum entwickelt. Das Instrument richtet sich an Anbieter, Entwickler*innen und pädagogische Fachkräfte, um potenzielle Risiken zu identifizieren und geeignete Gegenmaßnahmen zu etablieren. Basierend auf Erkenntnissen aus dem Bereich des Kinder- und Jugendmedienschutzes werden mögliche Eskalationspfade sexualisierter Gewalt im digitalen Umfeld aufgezeigt und Maßnahmen zur Prävention und Intervention vorgeschlagen. Die dargestellten Pfade verdeutlichen verschiedene Szenarien, die von nicht einvernehmlicher Online-Kommunikation bis hin zu sexueller Ausbeutung und Missbrauch führen können.
Junge Menschen stärken - Radikalisierung vorbeugen (Medienpaket für die Prävention in Schule, Jugendarbeit und Polizei zum Thema Islamismus und Islamfeindlichkeit)
Es gibt viele Ansatzpunkte, um Extremisten die Anwerbung neuer Anhänger zu erschweren. Hierzu zählen sowohl die Befähigung von Fachkräften und die Sensibilisierung von Multiplikator*innen als auch die Arbeit mit Jugendlichen direkt vor Ort.
Das Medienpaket "Junge Menschen stärken – Radikalisierung vorbeugen" (im Themenfeld "Islamismus und Islamfeindlichkeit) der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes bietet Fachkräften in Schule, Jugendarbeit und Polizei Unterstützung durch Hintergrundinformationen, Materialien für die Präventionspraxis und konkrete Anleitungen zur Sensibilisierung von Akteur*innen vor Ort – etwa durch Videoclips mit konkreten Fragen für Diskussionen. Hierdurch sollen junge Menschen gestärkt werden, mit extremistischen Angeboten und Ansprachen on‑ und offline kritisch umzugehen und sie zu hinterfragen, wodurch einer möglichen Radikalisierung vorgebeugt werden soll.
Alle in der Handreichung vorgestellten Videoclips sind online abrufbar (die Links dazu befinden sich in der Handreichung bei den Filmbeschreibungen). Zusätzlich sind einige der Clips zusammen mit ergänzenden Übungsaufgaben auf einer DVD beigelegt.
Factsheet zur sicheren Meldung von Missbrauchsdarstellungen von Kindern im Netz
Die Beschwerdestellen FSM, eco und jugendschutz.net unterstützen mit Informationen und Tipps zum sicheren Melden von Missbrauchsdarstellungen von Kindern im Internet. In einem Factsheet, veröffentlicht am 18.11.2023 zum europäischen Tag zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und Missbrauch, veranschaulichen sie wichtige DOs and DON'Ts. Es werden Möglichkeiten zur Meldung und Anzeige von Inhalten ebenso thematisiert wie Aspekte, die unbedingt vermieden werden sollten, um sich nicht selbst strafbar zu machen.
Das gemeinsame Factsheet "Online auf Missbrauchsdarstellungen gestoßen oder deren Verbreitung beobachtet?" der drei Beschwerdestellen finden Sie hier.
#TrautEuchOnline. Digitalisierung von Fortbildungen zu sexualisierter Gewalt.
Die im Mai 2023 erschienene Handreichung „#TrauEuchOnline“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) stellt die Ergebnisdokumentation einer spezialisierten AG der BZgA dar und richtet sich an Praktiker*innen zur Digitalisierung von Fortbildungen zu sexualisierter Gewalt in Kindheit und Jugend.
Die Handreichung beinhaltet Qualitätskriterien, die als praxisorientierte und praxiserprobte Orientierungshilfen für die Umsetzung digitaler Fortbildungen dienen sollen. Hierdurch sollen Fachkräfte dauerhaft darin bestärkt und begleitet werden, ihre Fortbildungsarbeit zu reflektieren, um ihre Angebote auch in digitalen oder hybriden Formaten nach fachlichen Kriterien und traumasensibel umsetzen zu können.
Sie finden die Handreichung hier.